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Familiennachzug

Auch der Familiennachzug ist vom Aufenthaltsstatus abhängig.

Schweizer BürgerInnen

Der Schweizer Bürger bzw. die Schweizer Bürgerin hat Anspruch auf Familiennachzug ihrer Ehegatten und  der gemeinsamen Kinder wie auch der Stiefkinder (Der Anspruch auf Kindesnachzug nur durch einen Elternteil besteht dann, wenn er über das Sorgerecht verfügt und eine besonders enge Beziehung zum Kind nachweisen kann). Dabei muss unterschieden werden zwischen Familienmitgliedern aus der EU oder aus einem Drittstaat.

Bei Familienmitgliedern aus einem EU-Staat können die Ehepartner, die Kinder bis 21 Jahren oder solchen, denen Unterhalt gewährt wird, sowie Eltern, denen Unterhalt gewährt wird, nachgezogen werden. Es wird nicht verlangt, dass die Familie zusammen wohnt. Dieses Familiennachzugsrecht (insbesondere bis 21 Jahre) gilt auch für SchweizerInnen, welche mit EU-BürgerInnen oder mit Drittstaatenangehörigen verheiratet sind, sofern diese ein Aufenthaltsrecht in einem EU Land haben (Art. 42.2 AuG).

Stammen die Familienmitglieder aus einem Drittstaat, so besteht ein Anspruch auf Familiennachzug bei Kindern lediglich bis das Kind 18 Jahre alt ist. Der Familiennachzug gilt lediglich für die Ehegatten und Kinder (unabhängig von einem Unterhalt). Der Familiennachzug muss innerhalb von fünf Jahren erfolgen, der Nachzug von Kindern über 12 Jahre hat innerhalb von einem Jahr (ab Entstehung des familiären Verhältnisses) zu erfolgen (Art. 47 AuG). Ausnahmen sind bei begründeten familiären Umständen (selten) möglich.

Zudem ist die Familie verpflichtet zusammen zu wohnen. Ausnahmen gibt es nur dann, wenn objektive, nachvollziehbare Gründe für getrennte Wohnorte vorliegen (Beruf) oder bei einer vorübergehenden Trennung wegen ernsthaften familiären Problemen und die Ehe noch nicht definitiv gescheitert ist (Art. 76 Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, VZAE).

Bei Auflösung der Familiengemeinschaft vgl. auch (Trennung/Scheidung) kann der Aufenthalt des ausländischen Partners, der Partnerin und deren Kinder nach einer minimalen Ehedauer von drei Jahren und einer erfolgreichen Integration verlängert werden (kein Anspruch!). Verlängert werden kann der Aufenthalt auch unabhängig von der Dauer der Familiengemeinschaft, wenn wichtige persönliche Gründe wie z.B. eheliche Gewalt vorliegen und die Reintegration im Heimatland gefährdet ist.


EU-BürgerInnen

EU-BürgerInnen haben im Rahmen des FZA grundsätzlich das Recht, Ehepartnerinnen, Kinder für deren Unterhalt sie sorgen und Eltern, für deren Unterhalt sie sorgen im Rahmen des Familiennachzuges in die Schweiz zu bringen. Zuständig für die Bewilligung ist die kantonale Behörde.

Nach FZA gelten als Familienangehörige der Ehegatte und die Kinder bis 21 Jahr oder Kinder, denen Unterhalt gewährt wird sowie die Eltern, denen Unterhalt gewährt wird.


Drittstaaten-BürgerInnen mit Ausweis B

haben keinen Rechtsanspruch auf Familiennachzug. Dieser kann bei der zuständigen kantonalen Behörde jedoch beantragt werden. Gesuche werden individuell geprüft (Art. 96 AuG).


Drittstaaten-BürgerInnen mit Ausweis C

haben Anspruch auf Nachzug ihrer EhepartnerIn und der minderjährigen Kinder, wenn sie eine vorrangige familiäre Beziehung nachweisen können.
Massgebliche Kriterien sind, ob Sie InhaberIn der elterlichen Sorge sind und ob ein regelmässiger Kontakt zwischen Ihnen und dem Kind besteht. Weitere und detailliertere Informationen über die Vorschriften bezüglich Familiennachzug erhalten Sie beim Bundesamt für Migration (BFM) unter www.bfm.admin.ch.


Eingetragene Partnerschaften

Die obengenannten Bestimmungen gelten ebenfalls für die eingetragenen Partnerschaften (Art. 52 AuG).