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Die Eheschliessung

Soll die Eheschliessung in der Schweiz oder im Ausland erfolgen?
Der Entscheid, ob die Eheschliessung in der Schweiz oder im Heimatland des ausländischen Partners/der ausländischen Partnerin stattfinden soll, ist individuell. Einerseits können persönliche Wünsche eine Rolle spielen. Andererseits ist es in gewissen Ländern sehr aufwändig, die nötigen Papiere für eine Heirat in der Schweiz zu beschaffen, sodass eine Heirat in dem betreffenden Land einfacher ist. Es kann unter Umständen jedoch schwieriger sein, die für einen Familiennachzug nötige Anerkennung der Heirat in der Schweiz zu bewirken. Je nachdem, in welchem Land die Ehe geschlossen wird, müssen unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt werden.

Die binationale Eheschliessung im Ausland

Wenn Sie sich entschieden haben, die Ehe im Ausland zu schliessen, müssen Sie sich über nötige Papiere und Formalitäten im jeweiligen Land informieren. Dazu wenden Sie sich, wenn Sie sich in der Schweiz aufhalten, am besten an die konsularische Vertretung des betreffenden Landes in der Schweiz. Die im Ausland geschlossene Ehe bedarf für die Registrierung beim schweizerischen Zivilstandsamt einer Beglaubigung durch die zuständige schweizerische Botschaft. Die Adressen finden Sie auf der Homepage des Eidgenössischen Amtes für Auswärtige Angelegenheiten EDA www.eda.admin.ch


Das Merkblatt des Eidg. Amtes für das Zivilstandswesen zum Thema finden Sie auf www.eazw.admin.ch. Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an eine der Beratungsstellen.


Die binationale Eheschliessung in der Schweiz

Nach Schweizer Recht können Sie die Ehe eingehen, wenn Sie mündig, d.h. 18jährig sind oder bei entmündigten Personen, die Einwilligung des Vormundes haben (ZGB Art. 94). Es dürfen keine Ehehindernisse (z.B. eine bereits bestehende Ehe) vorliegen. In der Schweiz müssen Ehen vor dem Zivilstandsamt geschlossen werden. Eine religiöse Eheschliessung darf erst nach der Ziviltrauung durchgeführt werden (ZGB Art. 97 Abs. 3). Die Trauung kann im Zivilstandskreis Ihrer Wahl stattfinden (ZGB Art. 97 Abs. 2). Wenn Sie nicht in Ihrer Wohngemeinde heiraten wollen, erteilt diese nach Abschluss des Vorbereitungsverfahrens eine Trauungsermächtigung.

Notwendige Dokumente für eine Eheschliessung

- SchweizerIn

  • Personenstandsausweis (erhältlich beim Zivilstandesamt des Heimatortes)
  • Niederlassungsausweis oder Wohnsitzbescheinigung (erhältlich bei der Ein- wohnerkontrolle)
  • Pass oder Identitätskarte

- AusländerIn
Falls nicht bereits  im Personenstandsregister „infostar“ registriert:

  • Wohnsitzbescheinigung (Ausländerausweis)
  • Geburtsschein mit Angaben über die Eltern
  • Reisepass oder Nationalitätszeugnis (erhältlich beim Heimatstaat)
  • Personenstandsausweis (mit Angaben über Zivilstand, Scheidungsurteil oder Todesschein der verstorbenen Ehegattin/des verstorbenen Ehegatten)
  • Ehefähigkeitszeugnis oder Eheanerkennungserklärung
  • Anerkannte Flüchtlinge und Asylsuchende müssen anstelle des Reisepasses oder des Nationalitätszeugnisses eine neu ausgestellte Bescheinigung über den Flüchtlings- oder Asylstatus vorlegen.

Je nach Herkunftsland verlangen die Schweizer Behörden die Überprüfung der Heiratspapiere durch die Schweizer Botschaft im Heimatland der Ausländerin oder des Ausländers. Diese Überprüfung kann einige Zeit in Anspruch nehmen und mit einem Kostenvorschuss an das Zivilstandesamt verbunden sein. Die erforderlichen Dokumente dürfen bei der Einreichung nicht älter als sechs Monate und müssen in einer Schweizer Landessprache (je nach Kanton auch in Englisch) verfasst sein. Falls Sie Ihre Dokumente übersetzen lassen müssen, erkundigen Sie sich beim Zivilstandesamt, welche Inhalte übersetzt sein müssen. Die Übersetzung muss amtlich beglaubigt sein. Viele Übersetzungsbüros können diesen Service anbieten. Es ist ratsam, für die Beschaffung und allfällige Übersetzung der Dokumente genügend Zeit einzuplanen.

Die Zivilstandsbeamten sind berechtigt und verpflichtet zu prüfen, ob eine Scheinehe vorliegt. Bei Verdacht auf eine Scheinehe können sie die Trauung verweigern. eine Scheinehe liegt dann vor, wenn das heiratswillige Paar die Ehe lediglich oder hauptsächlich zur Umgehung von aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen eingeht. Die Zivilstandsbeamten sind verpflichtet bei ausländischen Staatsangehörigen den Aufenthaltsstatus zu prüfen und im Verdachtsfall allenfalls durch Befragung der Brautleute (einzeln), Behörden und Drittpersonen die Möglichkeit einer Scheinehe nachzuweisen.

Seit dem am 1.1.2011 in Kraft getretenen Art. 98 Abs. 4 ZGB können Ehen mit Ausländern in der Schweiz nur noch bei Vorliegen eines rechtmässigen Aufenthaltes geschlossen werden. Dies gilt analog nach Art. 5 Abs. 4 PartG für eingetragene Partnerschaften. D.h. es muss je nach Staatsangehörigkeit ein legaler Aufenthalt oder ein gültiges Visum vorhanden sein. Nicht mehr getraut werden Sans-Papiers und abgelehnte Asylbewerber. Sollte der Nachweis über einen rechtmässigen Aufenthalt nicht gelingen, hat der Zivilstandsbeamte der zuständigen Ausländerbehörde die Identität des Verlobten mitzuteilen. Die Ausländerbehörde kann eine Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eheschliessung erteilen, wenn es sich nicht um eine Scheinehe handelt und die Voraussetzungen für einen Familiennachzug analog einer ordentlichen Eheschliessung gegeben sind. Die Praxis dazu ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich, weshalb wir bei Fragen raten, sich bei einer kantonalen Beratungsstelle für sans-papiers zu erkundigen www.sans-papiers.ch.

Vorbereitungsverfahren (ZGB Art. 98-99)

Mit den erforderlichen Dokumenten müssen Sie sich persönlich an das Zivilstandesamt Ihres Wohnortes wenden. Das Zivilstandesamt prüft die Dokumente und stellt fest, ob die Ehevoraussetzungen erfüllt sind. Diese Überprüfung ist kostenpflichtig. Erkundigen Sie sich beim zuständigen Zivilstandesamt über die Höhe der zu erwartenden Kosten. Bedenken Sie auch, dass dieses Verfahren einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Wenn alle Dokumente vorhanden sind, wird das Vorbereitungsverfahren abgeschlossen und die gesetzlichen Fristen für die Trauung werden dem Paar mitgeteilt. Die Ehe kann frühestens zehn Tage nach Abschluss des Vorbereitungsverfahrens und nach einer Sperrfrist von 11 Tagen innerhalb von 3 Monaten geschlossen werden. Wenn ein persönliches Erscheinen auf dem Zivilstandesamt nicht möglich oder offensichtlich unzumutbar ist, z.B. weil Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin sich im Ausland aufhält, kann die schriftliche Durchführung des Vorbereitungsverfahrens bewilligt werden. Wenn Sie das Vorbereitungsverfahren bereits eingeleitet haben, können Sie als AusländerIn bei einer Schweizer Vertretung im Ausland (Konsulat oder Botschaft) oder wenn Sie sich bereits in der Schweiz aufhalten bei der kantonalen Fremdenpolizei (Migrationsdienst) ein Gesuch für eine Einreise- und befristete Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eheschliessung beantragen. Mit derselben Begründung können Sie auch die Verlängerung eines Touristenvisums beantragen.

Wichtig: Wollen Sie die Verlängerung eines Visums oder die Erteilung eines solchen in der Schweiz beantragen, müssen Sie dies rechtzeitig vor Ablauf Ihrer gültigen Aufenthaltsbewilligung tun!