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Was heisst "binational"?


Fast die Hälfte aller in der Schweiz geschlossenen Ehen sind binational!

Laut Angaben des Bundesamtes für Statistik (BSF) sind im Jahr 2015 43.1% aller in der Schweiz geschlossenen Ehen binational. 35.9% sind Ehen zwischen Schweizern und Ausländern, 6.7% sind Ehen von Ausländern unterschiedlicher Staatsangehörigkeit.

Schweizerin heiratet Ausländer:     16.2%     (2010 16.1 %)

Schweizer heiratet Ausländerin:     19.7%     (2010 19.3%)

Ausländerin heiratet Ausländer*:    7.2%      (2010   6.7.%)
*einer anderen Nationalität

Nicht bekannt  und in der obigen Statistik nicht erfasst sind die Zahlen der im Ausland geschlossenen binationalen Ehen. 2016 erfolgten 31% aller ausgestellten Aufenthaltsbewilligungen durch Familiennachzug aufgrund einer Eheschliessung mit einem Schweizer oder einer Schweizerin.

Die Zahl der in der Schweiz geschlossenen Binationalen Ehen ist in den letzten 10 Jahren (mit leicht steigender Tendenz) in etwa gleich geblieben. Zugenommen haben die binationalen Eheschliessungen zwischen Ausländern (von 6.7% im Jahre 2010 auf aktuell 7.2%).

Binationale Ehen sind schon lange nicht mehr nur Lebensentwürfe Einzelner, sondern das Ergebnis wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. Binationale Partnerschaften und Familien sind ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor geworden und mit der zunehmenden Globalisierung wird ihre Zahl weiter ansteigen. Diese transnationalen Beziehungen führen dabei zu einem leisen demographischen Wandel unserer Gesellschaft. Sie erbringen eine grosse Integrationsleistung und erfüllen einen, auch gesellschaftlich wertvollen Auftrag im Dienst einer echten Multikulturalität.
Binationale Eheschliessungen sind in grossen Städten mit einer grösseren ständigen ausländischen Bevölkerungszahl häufiger als in ländlichen Gebieten oder in der Innerschweiz.

Binationale Ehen sind allen Vorurteilen zum Trotz nicht scheidungsanfälliger als mononationale Paare.
Die Scheidungsrate hat sich gesamtschweizerisch seit 2000 mehr als verdoppelt.
Stellt man die Zahl der Schweizer Scheidungen (16'960) den Schweizer Eheschliessungen (41‘437) im Jahr 2015 gegenüber, ergibt sich eine Scheidungsrate von 41%. (2000 25%)

Vergleichbar ergibt sich bei binationalen Scheidungen (5'992) in Bezug auf die binationalen Eheschliessungen (14‘908) im 2015 eine Scheidungsrate von 40.1% (2000 28%). Die Konstellation Schweizerin-Ausländer ist von Scheidungen etwa doppelt so hoch betroffen wie die Konstellation Ausländer-Schweizerin.

2015 hatten 45.6% (2010 30%) der geborenen Kinder Eltern mit unterschiedlicher Nationalität (40 % Schweizer-Ausländer, 5.6% Ausländer unterschiedlicher Staatsangehörigkeit). Nicht erfasst sind die Kinder von eingebürgerten Schweizern. Die Zahl der ausländischen Kinder, deren Eltern die gleiche Staatsangehörigkeit haben, nimmt im Gegensatz zu den binationalen Kindern im gleichen Zeitraum ab (2010 waren es noch 19% aller Geburten, 2015 nur noch 16.4% aller Geburten).

12.6% der Schweizer Frauen heirateten 2016 Männer aus dem EU Raum (EU 27+EU 17), 13 % heirateten Männer aus Drittländern.
Die Präferenzliste wird angeführt von Deutschland Italien, Kosovo, Frankreich, Nordafrika (vor allem Tunesien und Marokko), und Türkei, 


11.1% der Schweizer Männer heirateten 2016 Frauen aus dem EU Raum (EU27+EU17),
17% heirateten Frauen aus Drittländern.
Die Präferenzliste wird angeführt von Deutschland, Italien, Frankreich, Kosovo, Südamerika (vor allem Brasilien) Südostasien (vor allem Thailand).

(alle Zahlen sind den aktuellen Statistiken des BFS entnommen und ohne Gewähr)